Aachen, den 19.11.07

PRESSEMITTEILUNG / proSUN e.V.

SUN - Selbstbestimmt und nachbarschaftlich

„Endlich geht es los“ freuen sich die Mitglieder des SUN-Wohnprojektes. „Die langen Vorbereitungen haben sich gelohnt, jetzt rollen die Bagger.“

Unser Projekt SUN ist eine der zahlreichen Aachener Wohninitiativen. SUN steht für „selbstbestimmt und nachbarschaftlich“, und die Menschen, die sich in dieser Gruppe zusammengefunden haben, möchten im SUN-Haus nicht isoliert in Ihren Wohnungen nebeneinander wohnen, sondern Teile ihres Lebens nachbarschaftlich miteinander gestalten. Die Konzeptentwicklung dazu und die Findungsprozesse in der Gruppe sind von der Soziologin Frau Dr. Katrin Hater professionell begleitet und moderiert worden.

„Im SUN-Haus werden mehrere Generationen unter einem Dach wohnen“ erklärt der Vorsitzende des Vereins proSUN, Hansjürgen Hagemann. „Konzept ist die gegenseitige emotionale Unterstützung und die gegenseitige praktische Hilfe: Kinder und ältere Menschen entwickeln tragfähige Bindungen.“ Es wird vorgelesen, Baby-sitting stellt kein organisatorisches oder finanzielles Problem dar, Kinder erledigen auch schon mal Gänge zur Apotheke oder zum nahe gelegenen Laden, berufstätige Eltern von Kindergarten- und Schulkindern kommen nicht unter Stress, wenn sich morgens ein grippaler Infekt bemerkbar macht.

Unser Leben und Arbeiten ist geprägt durch Mobilitätsforderungen an den Einzelnen, die der Nutzung familiärer Netzwerke entgegenstehen. Großeltern, Onkel und Tanten, Kinder wohnen weit von einander entfernt und stehen für eine alltägliche gegenseitige Unterstützung oft nicht mehr zur Verfügung.

Die Gesellschaft versucht darauf mit der Suche nach zeitgemäßen Alternativen zur traditionellen Großfamilie zu reagieren. Die Stadt Aachen bietet eine Kontakt- und Informationsstelle für neue Wohnformen, kürzlich hat die Georg-Kraus-Stiftung in Aachen eine Tagung durchgeführt, die der Auseinandersetzung mit diesen Entwicklungen und der Netzwerkbildung diente.

„Im SUN-Haus entstehen 13 Wohnungen unterschiedlicher Größen und ein Gemeinschaftsbereich. Dieser Gemeinschaftsbereich kann als Gästewohnung und als Veranstaltungsraum genutzt werden. Das SUN-Haus wird barrierefrei gebaut, d.h. mit behindertengerechtem Fahrstuhl und ohne Stufen oder Absätze bis in die Wohnungen, Bäder, Balkone. Zusammen mit dem Versprechen, sich gegenseitig zu helfen, werden ältere Bewohner dadurch länger selbständig und ohne Anspruch auf professionelle Pflegehilfe hier wohnen können“ erläutert die Architektin des SUN-Hauses Ulla Komes.

Für Renate Dietrich ist der Begriff „Nachbarschaftlich“ wichtig, nämlich die Beziehungen der Bewohner untereinander und auch das Verhältnis der SUN-Gruppe zur Nachbarschaft im Wohnviertel Kronenberg. Fähigkeiten und Erfahrungen der Bewohner und der Veranstaltungsraum sollen genutzt werden, um nachbarschaftliche Angebote zu machen: z.B. Spielen, kochen, backen, handarbeiten für Eltern mit kleinen Kindern, Hausaufgabenhilfe für Schulkinder, runder Wohnviertel-Tisch. Beispiele für Nachbarschaftlichkeit im SUN-Haus könnten sein: Musikgruppe, Literaturkreis, Fahrradtouren, gemeinsame Reisen, Car-Sharing.

„Selbstbestimmt“ heißt auch ganz praktisch: Verwaltung des Mehrfamilien-Hauses in eigener Regie, Pflege des gemeinschaftlichen Garten durch die Bewohner selber etc.

„SUN steht auch für Sonne und meint damit die ökologische und energiesparende Bauweise des SUN-Hauses, das ganzjährig praktisch ohne Heizung auskommen wird (KfW40 Energiesparhaus). Das wird erreicht durch hervorragende Wärmeisolation, kontrollierte Belüftung mit Wärmetauschern und durch die Nutzung von Solarenergie. Zusammen mit der Selbstverwaltung wird das zu ausgesprochen niedrigen Wohn- und Mietnebenkosten führen“ ergänzt Hubertus Neßeler von der nesseler projektidee gmbh, der sich als Bauträger für dieses innovative Bauprojekt engagiert.

6 der 13 Wohnungen des SUN-Hauses können noch erworben werden, mindestens 2 der Wohnungen werden zunächst vermietet. Das Wohnprojekt ist als gemeinnütziger Verein proSUN e.V. organisiert.