Geschichte

...dieses Wohnprojektes, das einige Hürden nehmen musste, daran gewachsen ist und heute selbstbewusst eine eigene Identität gefunden hat.

Herbst 2002 - Idee

Das „Stadthaus statt Haus“ mit seiner nachbarschaftlichen Atmosphäre, die vielen Besuchern das Herz aufgehen lässt, weckt auch das Interesse der Aachener Stiftung Kathy Beys.
Kann diese Wohnform auch von einem professionellen Bauträger angeboten werden?

Die Stiftung beauftragt die Architektin des Stadthauses Ursula Komes und die Wohnsoziologin Dr. Katrin Hater, die das Projekt im weiteren Verlauf begleiten, mit einer Machbarkeitsstudie.

Frühling 2003 - Bauträger

Das Konzept wird auf einer Informationsveranstaltung einem ausgewählten Kreis von Bauträgern vorgestellt, von denen sich zwei interessiert zeigen.

Sommer/Herbst 2003 - Karlsgraben

Ein Baugrundstück am Karlsgraben wird angeboten, etliche Interessierte finden sich zusammen. Die ersten Ideen für das Zusammenleben werden formuliert und mit dem Arbeitstitel „Selbstbestimmt und Nachbarschaftlich“ (SUN) versehen. Das Projekt kann aber schließlich nicht am Karlsgraben realisiert werden.

Herbst/Winter 2004 - Gruppenkonzept - Rosfeld

Die Gruppe arbeitet nun mit dem „Projektentwicklungsteam“ (Ursula Komes als Architektin, Hubertus Neßeler / nesseler projektidee gmbh als Bauträger und Katrin Hater als Moderatorin) zusammen. Ein Grundstück „Im Rosfeld“ kommt ins Visier, die verbleibenden Interessierten wachsen zu einer lebendigen Gruppe mit großer Altersspanne zusammen, ein Baby ist unterwegs. In heißen Diskussionen entsteht ein Modell, das den künftigen Bewohnern erlaubt, ihre Wohnungen individuell zu planen und ihre Mitbewohner selber auszusuchen, ohne gegen die gesetzlichen Vorgaben der Makler-Bauträger-Verordnung zu verstoßen.

Frühling 2005

Kurz vor Abschluss geht auch dieses Grundstück der Gruppe verloren. Das Baby wird in einem klassischen Einfamilienhaus zur Welt kommen, die Ältesten der Interessierten schauen sich nach anderen altengerechten Wohnungen um.

Sommer/Herbst 2005 - Suche

Die Verbleibenden suchen weiter und nehmen manches Grundstück in näheren Augenschein – ein Abenteuer für alle Beteiligten.

Frühling 2006 - Auf und Ab

Die Stadt bietet das Grundstück auf dem Kronenberg an, es wird schließlich für den Bauträger reserviert, um das Wohnprojekt SUN zu entwickeln. 
Jetzt wird es für alle Interessierten ernst und das Rechnen und die Auseinandersetzung mit den Bauplanungen fängt an. Um Vereinsziele und -satzung wird gerungen. Die ersten Mutigen verkaufen ihre bisherige Wohnung – eine sehr aufregende Zeit.

Herbst 2006

Das Leben geht über manche Pläne hinweg – Krankheit, gefährdeter Arbeitsplatz, Angst vor dem großen Schritt – am Ende bleibt eine Kerngruppe von drei Parteien übrig – zu wenig, um mit dem Bau zu beginnen. Gut besuchte Info-Veranstaltungen bringen neue Interessenten.

Frühling 2007 - Idee: Passivhaus

Auf einer Info-Veranstaltung treffen Menschen aufeinander, die sich sehr spontan und begeistert gemeinsam für das Projekt entscheiden und eine völlig neue Idee einbringen: Wenn schon ein Neubau, dann nach den besten energetischen Standards (ein KfW 40-, ein „Passivhaus“). Nach gut zwei Monaten haben sich alle Beteiligten mit der neuen Idee angefreundet, die neuen Preise sind ausgerechnet und die ganze Gruppe stimmt der Umplanung zu. Der alte Projektname SUN – selbstbestimmt und nachbarschaftlich, bekommt eine zusätzliche Bedeutung: Sonnenenergie und Ökologie! Jetzt wird intensiv gearbeitet: Grundrisse werden geplant, der Verein gegründet, Finanzierungen ausgerechnet, Fördermittel beantragt, technischer Sachverstand gewonnen, die Details der Baubeschreibung mit dem Bauträger verhandelt.


Kennenlernen

An den fast wöchentlichen Planungssitzungen nimmt auch die 2-jährige Jana teil und wählt unter den Erwachsenen schon mal ihre Lieblinge aus. Sonntags gibt es öfter gemeinsame Spaziergänge rund um den Kronenberg und die künftigen Nachbarn lernen sich bei Kaffee und Kuchen auch privat besser kennen.

Sommer 2007

Die Euphorie des Neuaufbruchs trägt nicht alle durch die Widrig-keiten der Umsetzung, bei Baubeginn sind nur 6 von 13 Wohnungen verkauft.


Herbst 2007 - Baubeginn

Dennoch startet der Bau planmäßig. Die Gruppe wird zu einem überaus kompetenten Projektteam, das den Bau mir Argus-Augen überwacht und viele Fragen von Technik und Gestaltung ent-scheidet. Und nach der Gruppenarbeit geht´s ins Alte Zollhaus oder ins Café Liège.

April 2008 - Richtfest

Der Rohbau steht, das Richtfest wird groß gefeiert, Pläne für das Zusammenleben werden geschmiedet.

September 2008 - Einzug

Das Haus wird bezogen. 10 von 13 Wohnungen sind verkauft. Das gemeinsame Wohnen nimmt Gestalt an:
„Selbstbestimmt und Nachbarschaftlich“ ist heute Realität. Gemeinsame Aktivitäten, gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe und die Selbstverwaltung stehen im Mittelpunkt.
Es ist eine bunte Bewohnerstruktur entstanden. Von Kindern über junge Doktoranden bis zu Rentnern wohnen hier Familien, Ehepaare und Alleinstehende, Menschen mit und ohne Behinderung. Jeden Donnerstag trifft man sich im Gemeinschaftsraum abwechselnd zum Tee am Nachmittag oder zum Wein am Abend. Die ersten Weinproben haben stattgefunden. Bei der ersten Adventsfeier wurde mit allen gesungen und Rätsel gelöst. Die erste Hochzeit im Haus wurde im Gemeinschaftsraum groß gefeiert. Auch das gemeinsame Gästezimmer wurde von Verwandten und Freunden schon getestet und endete in einem großen gemeinsamen Frühstück.

Frühjahr 2009

Zum ersten Tag der offenen Tür im Februar 2009 kam ca. 200 Besucher aus Nah und Fern. Dazu gehörten natürlich neben den Hausbewohner, die Familieneangehören, die neugierig auf das neue Zuhause ihrer Eltern, Großeltern oder Geschwister waren. Darüberhinaus waren auch interesierte Gruppen zu Besuch. Entweder suchten sie Informationen über die Entstehung der Gruppe, das Zusammenlegen in einem Projekt wie unserem oder über die eingebaute Technik. Der Sommer, in dem die Feste auf der Gemeinschaftsterrasse bzw. im Garten stattfinden werden, ist nicht mehr fern, Sympathien und Gemeinsamkeiten entwickeln sich unabhängig vom Alter und quer über die Generationen. Jana ist nicht mehr die Jüngste und hofft, dass in der Nachbarwohnung noch mindestens ein Kind einziehen möge.

Sommer 2009

Die ersten Feste auf der neu angelegten Terrasse vor der Gästewohnung sind gefeiert. Ein Sommerfest der Hausbewohner mit Gästen war der bisherige Höhepunkt der Nutzung. Am 07.09.2009 feiern wir unseren ersten Geburtstag. An diesem Tag vor einem Jahr zogen die beiden ersten Bewohner ins Haus ein.